16. Mai 2016

So gravieren Sie Trotec Lasergravur- und Graviermaterial richtig

Trotec-laser-gravierenDer Lasergravierer kann mit beinahe jedem Material umgehen, dass Sie sich vorstellen können – von Papier über Holz bis hin zu Metallen und sogar Stein. Für perfekte Ergebnisse stellt der Hersteller Trotec jedoch spezielle Gravurmaterialien bereit, die perfekt auf die Bearbeitung mit dem Laser zugeschnitten sind. Im Detail bedeutet das: Diese acrylbasierten Kunststoffplatten harmonieren besonders gut mit dem Laser und lassen sich so extrem schnell und gleichzeitig detailreich gravieren. Lasermaterialien von Trotec sind somit ideal für alle möglichen Anwendungen von der Strichcode-Kennzeichnung über einfache Beschilderung bis hin zu komplexen Grafiken oder sogar fotorealistischen Gravuren. In diesem Text zeigen wir Ihnen, mit welcher Methode die perfekte Lasergravur gelingt und geben Ihnen weiterhin einige Tipps mit an die Hand.

So funktioniert’s: Perfektes Lasern von Gravurmaterialien mit der Abtragungs-Methode

Der Laserstrahl kann das Material auf verschiedene Arten gravieren. Für die Bearbeitung von Trotec Gravurmaterialien empfiehlt sich die sogenannte Abtragung. Dabei trifft der Laserstrahl auf das Material und verdampft nur dessen obere Schicht. Diese Methode funktioniert daher nur mit einem Material, dass mehrere Schichten besitzt. Die obere Schicht wird dabei abgetragen und die darunterliegende scheint hervor – der Laser „beschreibt“ das Material. Am besten wirkt dieser Effekt, wenn beide Schichten einen starken Kontrastunterschied aufweisen können – Trotec-Gravurmaterialien sind speziell daraufhin optimiert. Natürlich ist diese Methode nicht nur auf Kunststoff beschränkt: Eloxiertes Aluminium eignet sich ebenso für die Abtragungsmethode, dabei wird dann die Eloxierung verdampft. Lasermaterialien von Trotec können übrigens nicht nur zwei- sondern sogar dreischichtig sein.

Bei der Gravur mithilfe eines Trotec-Lasers übernimmt die Software den anstrengenden Teil: Der Gravurprozess erfolgt in der Regel mit der Rastertechnik, jedoch können Schriftarten aus einzelnen Linien per Vektorausgabe markiert werden. Diese verschiedenen Modi bestimmt die Lasersoftware JobControl automatisch.

Gravur_StartpositionTipp 1: Ändern der Startposition für eine bessere Reinigung

Auch bei der Verdampfung (Sublimation) von Material entstehen minimale Rückstände. Wenn Sie die Startposition des Lasers verstellen, so dass dieser von unten nach oben gravieren, minimieren Sie die Menge der Rückstände, die sich auf dem warmen Kern ablagern können. Damit wird eine Reinigung nicht unnötig erschwert.

 

Reduzierung_AufloesungTipp 2: Reduzierung der Auflösung, um Verzerrungen zu verhindern

Insbesondere bei großen Texten oder Grafiken trifft der kräftige Laserstrahl häufig auf die Oberfläche, was eine Erwärmung des Materials zur Folge hat. Wenn sich Ihr Material bei der Bearbeitung nur an einigen Stellen zu stark erhitzt, kann dies zu Verzerrungen führen. Deswegen empfiehlt es sich, bei größeren Schriften oder Grafiken die Anzahl der Brennpulse pro Zoll (ppi = pixels per inch), also die „Auflösung“ des Lasers, zu reduzieren. Eine Einstellung von 500 ppi für die Fotogravur hilft außerdem, Streifenbildung entgegenzuwirken.

 

Schutzfolie_VektorschneidenTipp 3: Schutzfolie beim Vektorschneiden auf dem Material lassen

Wenn Sie mit den Trotec-Gravurmaterialien Vektorschnitte vornehmen möchten, empfiehlt es sich, die Schutzfolie auf dem Kunststoff zu lassen. Das minimiert die Brennrückstände und macht die Reinigung leichter.

 

Weicher_FokusTipp 4: Weicher Fokus beim rückseitigen Gravieren

Rückseitiges Gravieren ermöglicht mit den Lasermaterialien von Trotec einen tollen Durchschein-Effekt. Die eigentliche Gravur liegt dabei nicht auf der Oberfläche. Für eine besonders glatte, glasähnliche Oberfläche beim rückseitigen Gravieren empfehlen wir Ihnen einen zweiten Laserdurchgang. Fokussieren Sie Ihren Laser zunächst für den ersten Durchgang und führen Sie anschließend einen zweiten mit um 0,5 mm verstelltem Laserfokus durch.

 

FarbkontrasteTipp 5: Mehrere Durchgänge für starke Kontraste

Eine besondere Eigenschaft von Trotec-Gravurmaterialien sind ihre starken Kontraste. Damit ist es möglich, auf farbigen Materialien eine gut lesbare Gravur zu erzeugen – selbst bei kleiner Schrift oder aufwändigen Grafiken. In der Regel reicht hierfür ein Durchgang, mit mehreren Durchgängen erzielen Sie jedoch ein noch besseres Ergebnis. Achten Sie bei der Kontrastgravur auch auf die Einstellung der Startposition des Lasers (Tipp 1): Mit einer Gravur von oben nach unten können Sie hier Verfärbungen vermeiden.

 

ZublasungTipp 6: Zublasung

Auch wenn die Sublimation durch den Laserstrahl die Methode mit den wenigsten Rückständen bei der Materialbearbeitung ist, erzeugt auch dieser Vorgang Gase und minimale Rückstände. Um dem besonders beim Laserschneiden entgegenzuwirken, eignet sich eine Zublasung. Durch einen konstanten Luftstrom über der Materialoberfläche werden Qualm abtransportiert und Brandquellen wirkungsvoll verhindert.

 

Flammpolierte_KantenTipp 7: Flammpolierte Kante bei Acrylmaterialien

Die meisten Gravurmaterialien von Trotec bestehen aus Acryl, da es sich besonders einfach und mit hoher Geschwindigkeit gravieren lässt. Aber auch eine langsame Gravurgeschwindigkeit kann sinnvoll sein: Wenn Sie die Geschwindigkeit des Laserkopfes reduzieren und gleichzeitig die Leistung des Lasers erhöhen, wirkt der Laserstrahl länger auf das Acryl ein und es beginnt zu schmelzen. Diese Kombination ermöglicht eine besonders schöne flammpolierte Kante bei Acrylmaterialien. Aber Achtung: Werfen Sie immer ein Auge auf Ihr Material, denn auch Acryl ist brennbar!

 

Weitere Tipps & Tricks zum Arbeiten mit dem Laser können Sie dem Trotec Handbuch für Graveure entnehmen.

 

 

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  • Autor:
  • Weber Marking Systems

1 Kommentar »

  • [...] Deckschicht laminiert, unter der sich eine Kernschicht mit einer Kontrastfarbe befindet. Bei der Abtragungsmethode des Lasergravierers trifft der Laserstrahl zunächst auf die Deckschicht und sublimiert (verdampft) das Material. [...]

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